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Spiegelbild Ingrid Angehrn im Fenster. Fotograf: Sören Funk www.soerenfunk.com

Unsere Mitmenschen beurteilen uns täglich innerhalb von Sekunden! Was daran gut ist!

2 | 2019-09-04 01:09 | Style Blog

Es dauert nur wenige Sekunden, bis der erste Eindruck gemacht ist. Bis Fremde entschieden haben, ob sie uns für vertrauenswürdig, intelligent, erfolgreich oder vieles andere halten. Dies ist ja vielfach erwiesen und uns allen bekannt. Klar nervt so eine Erkenntnis- und nicht nur ein bisschen!

Wir wollen schliesslich die Chance haben uns erstmal zu äussern, jemanden kennenzulernen, bevor wir in eine Schublade gesteckt werden, aus der wir nur schwer herauskommen.

 

„Meine Leistung steht im Vordergrund, nicht meine Outfits!“

oder auch sehr oft gehört:
„Die Leute sollen mich für meine inneren Werte mögen!“

Leider nicht!
Zumindest grossenteils nicht. Sorry, so funktionieren wir Menschen anscheinend nicht.

Wenn wir jemanden für sein Inneres mögen, haben wir sein (und noch viel mehr: ihr) Äusseres bereits vorher „abgesegnet“.
Eine erfolgreiche Präsentation im Job zu halten ist deutlich schwieriger, wenn das Outfit nicht zur Wichtigkeit der Sache passt, oder sogar nachlässig rüberkommt. Zwar kennen wir hier meist das Publikum vor dem wir sprechen und er erste Eindruck ist längst passiert, aber natürlich steht unser gesamtes Äussere hier nochmals besonders auf dem Präsentierteller.

Was soll an so viel Oberflächlichkeit jetzt gut sein?

Das wir diesen Eindruck steuern können!
Das ist nämlich sehr gut möglich und dabei nicht mal schwierig. Unsere direkte Kommunikation zu steuern ist z.B. viel schwieriger. Wir sind aufgeregt, wütend, enttäuscht -dann kann es schon wirklich kompliziert sein, immer die richtigen Worte zu finden.

Mit unseren Outfits die Aussage zu transportieren, die wir möchten und darzustellen wer wir sind, kann relativ einfach gelernt werden. Und es ist erst noch interessant, wie universell diese Sprache verstanden wird. Nationalität und Kultur spielen eine Rolle, aber eine kleine. Wer versteht nicht die professionelle und erfolgreiche Aussage eins perfekt sitzenden Anzug?

Aber es muss überhaupt kein ein Anzug sein, wenn man (Frau!) Job Kompetenz und Authentizität ausstrahlen will.

Fragt euch:

Was will ich heute erreichen? Wie kann mir mein Outfit dabei helfen?

Klassischen Beispiel:
Du wirst die Ergebnisse eines Projekts im Büro präsentieren und du bist recht nervös. Einen Dresscode habt ihr nicht, alle kommen „wie sie wollen“ (tun sie übrigens nicht- es sieht nur so aus).

Im Anzug wärst du also wahrscheinlich overdressed, im Kuschelpulli oder T-Shirt underdressed. Wie wäre also eine Bluse / Hose Kombi? Wie so oft: Es kommt darauf an!

Was ist es für eine Bluse? Eine softe, halbtransparente Bluse mit Rüschen und/oder romantischem Muster kann toll aussehen und evt. in dein Arbeitsumfeld passen -vor allem, wenn du hauptsächlich vor Frauen präsentierst. Unsere (älteren) männlichen Kollegen interpretieren diese oft als kindlich, naiv, verspielt. Ganz sicher aber nicht als durchsetzungsstark. Seid ihr eher in einer traditionellen Umgebung unterwegs, dann stärkt euch eine festere Hemdbluse hier im wahrsten Sinne des Wortes besser den Rücken. Klar, dass wir uns trotzdem nicht als Mann verkleiden wollen: Hier kommen dann schlichte, aber doch sichtbare Accessoires in’s Spiel! Schmuck natürlich, Tücher, oder ein Statementgürtel.

(Sorry, an meine beiden männlichen Leser- ich weiss, Ausnahmen bestätigen die Regel!)

Du bist keine Blusenträgerin?

Ein schöner Pulli kommt auch in Frage, wenn er zu einer Stoffhose (nicht Jeans, obwohl die natürlich auch aus Stoff ist) kombiniert wird.
Und mit „schön“ meine ich: Nicht zu eng, so dass sich der BH abzeichnet, aber kein Schlabberlook. Ein edles Material wie Merino, Cashmere, Alpaca und kein Acryl. Eine Farbe die Kompetenz ausstrahlt wie z.B. ein camelfarbener Cashmerepulli zur schmalen, schwarzen Hose. =Erster Eindruck: Vertrauenswürdig, sachlich, professionell, fokussiert, qualitätsbewusst.

Apropos Farben:

 

Die einfachste und wirkungsvollste Methode den Eindruck zu vermitteln, den du willst: Farben!

Farben bestimmen den ersten Eindruck massgeblich, denn sie sind schnell zu erfassen, und jeder -aber wirklich jeder- hat eine Meinung dazu.

Rot

aggressiv

durchsetzungsstark

kraftvoll

Signalfarbe: Stop!

unnahbar

dynamisch

Liebe aber auch Krieg (Blut)

Feuer

Gefahr

 

Blau

seriös (je dunkler, desto mehr)

nahbar (je heller, desto mehr)

harmonisch

sympathisch

treu

kühl

fern / weit (Himmel und Meer)

Vertrauen

 

Gelb

lustig

freundlich

optimistisch

Reichtum (Farbe des Geldes, gern in der Politik genutzt)

Neid

Lüge

kreativ

 

Rosa

sanft

weich

niedlich

erotisch (Nacktheit)

süss (Bonbonfarbe)

klein

kreativ

 

Schwarz

geheimnisvoll

Eleganz

Unglück / Tod

Egoismus

unnahbar

Anarchisch

hart /schwer

Hass

autoritär

 

Weiss

sauber / rein / frisch

ehrlich

das Gute

weiblich (auch Vorname: Blanche)

unschuldig („weisse Weste“)

distanziert

Trauer

minimalistisch

 

Grün

Natürlichkeit

kooperativ

freundlich

Gesund / frisch / Frühling

unreif / jugendlich

Hoffnung

Gift (giftgrün)

beruhigend

Quelle zur Farbpsychologie:
Eva Heller: Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken. 2000 Droemer Verlag

 

Übrigens: „Blue and green should never be seen“! Wer kennt den Spruch oder den (total veralteten) Glauben, dass man Blau und Grün niemals kombinieren sollte? Vergesst es schnellstmöglich! Die beiden sehen fantastisch zusammen aus. Man denke nur an die grossartige Kollektion von Gucci (Herbst/Winter 2011). Auch schon wieder etwas älter, aber eine der schönsten Kollektionen an die ich mich erinnere! Die ganze Klaviatur der Juwelenfarben kombiniert. Und vor allem: Blau und Grün!

 

Überlegt ihr euch aktiv, was eure Kleidung aussagt und ob dies mit euren Vorstellungen und Zielen übereinstimmt? Oder schaut ihr „nur“ drauf, dass euer Outfit euch gefällt? Das ist natürlich auch wichtig, gell! Wer sich nicht wohl fühlt oder sich verkleidet fühlt wird kaum die gewünschte Ausstrahlung erreichen.

Schreibt mir doch in’s Kommentarfeld wie ihr das so handhabt!

Bis ganz bald!

Eure
Ingrid

 

PS: Kleidung beeinflusst übrigens nicht nur, was andere über uns denken, sondern auch was wir selbst über uns denken. What?? Jawoll. Schreibe ich nächstes mal mehr drüber!

Lust ein paar Outfits zusammenzustellen, die deine Message in’s beste Licht setzen? Dann hilft dir dieser Artikel: Immer stylishe Outfits zur Hand in unter 15 Minuten

 

4 Comments

  1. Viola

    Liebe Ingrid, mal wieder top auf den Punkt gebracht und so hilfreich! Herzlichen Dank für die Erklärungen und viele Ideen. Ich versuche dies umzusetzen. Bisher habe ich Kleidung nur nach „gefällt mir“ ausgesucht. Ich werde zukünftig darauf achten.

    PS: Farbkombination blau und mintgrün habe ich getragen. Hätte ich nie kombiniert, es sah gut aus und ich habe mich wohl gefühlt.

    • Ingrid

      Liebe Viola

      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich freu‘ mich immer sehr, wenn ich von meinen Leserinnen höre!
      Jetzt (bald dann) im Herbst sieht mint auch mit ganz dunklem blau oder mit bordeaux super aus- gibt den Herbstfarben noch einen Tick mehr Frische.

      liebe Grüsse,
      Ingrid

  2. Katrin Tiedemann

    Liebe Ingrid,

    so gern lese ich Deinen Block und mußte heute mal wieder schmunzeln, sagt man uns Hanseaten doch nach: „In Hamburg kannst Du jede Farbe tragen, Hauptsache sie ist dunkelblau“ 🙂 Und das ist nunmal auch meine Lieblingsfarbe. Schön, dass man ihr solche Eindrücke, wie von Dir beschrieben, nachsagt. Heute trage ich mal ganz klassisch eine marineblaue Hose im Büro. Dazu eine weiße Bluse. Ich kombiniere dunkelblau aber auch gern mit bordeaux oder petrol. Finde das auch sehr herbstlich. Deshalb bin ich da noch nicht ganz so weit.

    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden.
    Katrin

    • Ingrid

      Moin liebe Karin,
      ja, genau so hab‘ ich Hamburg in Erinnerung… aber ich mag den reduzierten Stil wirklich sehr gerne! Ist ja gerade auch sehr angesagt😉
      liebe Grüsse
      Ingrid

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