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Warum mehr Farben im Schrank mehr Probleme bedeuten- und nicht mehr Outfits


Frau mit Moodboard und Farbkarte

Warum mehr Farben im Schrank mehr Probleme bedeuten- und nicht mehr Outfits


2 | 2021-08-26 06:40 | Farbe

..und wie du deine persönliche Farbpalette erstellst!

Eines der häufigsten Styling Missverständnisse, das mir immer wieder begegnet und durch die neusten Trendfarben, nur noch verstärkt wird ist:

„Je mehr Farben ich im Schrank habe, desto mehr Outfits kann ich damit kombinieren.“

Dieser Glaubenssatz macht sich beim Shoppen dann gerne folgendermassen bemerkbar. Kommen die diese Gedanken bekannt vor?:

  • „Oh! Mal was anderes!“
  • „Diese Farbe hat Kollegin xyz neulich getragen und sie sah so toll damit aus!“
  • „Das sind die aktuellen Trendtöne!“

Achtung! Fehlkaufalarm!

Warum du NICHT mehr Farben brauchst um mehr Outfits zu kombinieren

Diese Annahme (mehr Farben oder mehr Teile = mehr Outfits) ist zwar theoretisch, rein rechnerisch richtig, stilistisch macht sie aber wenig Sinn.
Auch wenn wir natürlich die buntesten und wildesten Farbkombis tragen könnten,- die wenigsten Frauen möchten das.
Nicht jede Farbkombi passt zu jeden Typ.
Oder zu jedem Stil. 

Vor allem aber: Die Qual der Wahl vor dem kunterbunten Kleiderschrank verwirrt und erzeugt unnötig Stress.
Vor lauter Farbreizen sehen wir nicht mehr, was wirklich toll zusammenpassen würde und greifen doch wieder nur genervt zu altbekanntem.
Und schon landet das schöne „mal was anderes Teil“ ungetragen in der letzten Ecke des Schrankes.

Ein wunderschönes Beispiel ist mir dieser Tage auf Instagram über den Weg gelaufen. Das Pariser Brand Sézane trimmt seine Kollektionen nämlich konsequent nach Farbthemen. Kannst du dir vorstellen, was für eine Freude es ist hier Outfits zu kombinieren? Alles passt zu allem. Inklusive der Accessoires und Schuhe. Keine schwarzen Verlegenheitspumps, die ja laut Verkäufer*in „zu allem passen“ (tun sie nicht!)
Hier wurde sich die Mühe gemacht und alles so perfekt abgestimmt, dass es passend aber nicht überstylt aussieht.
Die Bilder unten sind zu farbig für dich? Wenn du hier noch etwas mehr Teile in zeitlosen neutralen Farben hereinbringst, bleibt die Kollektion genau so kombinierbar, wirkt aber etwas ruhiger.

3 Kleiderständer farblich sortiert

 

Wie erstellst du eine Farbpalette die sich easy kombinieren lässt?

Wie viele und welche Farben ideal für deine Garderobe sind liegt vor allem an deinem Stil.

  • Liebst du es klassisch, elegant, sophisticated, pur, minimal dann sind weniger Farben und davon viele Neutraltöne (weiss, grauschwarz, braun, beige, Creme aber auch marine zählen wir in der Modebranche gern zu den neutralen Farben und) super für dich.
  • Liebst du es kreativ, expressiv und fröhlich willst du wahrscheinlich mehr Farben und darunter mehr bunte Farben haben wollen.
  • Der goldene Mittelweg sieht für viele Frauen so aus:
    • Ca. 3 Neutraltöne und ca. 3 Farben.

Keine Panik, falls dir das jetzt extrem wenig vorkommt. Wenn du dir z.B. einen speziellen Blauton aussuchst, dann wirst du sicher auch auf leicht hellere und leicht dunklere Varianten dieser Farbe zurückgreifen. Das ist auch überhaupt kein Problem für die Kombinierbarkeit. Solange der Farbton erhalten bleibt -also ein Nachtblau nicht plötzlich lila wird-, sondern blau bleibt.

Und dann gibt es ja auch noch das Thema Muster und Accessoires! Sie sind ein wunderbarer Weg um Abwechslung und weitere Farben in deinen Look zu bringen, ohne die Kombinierbarkeit der Teile zu verlieren.

Faustregel zum Kombinieren von Mustern

Mit Mustern kannst du ganz leicht neue Farben (evt. gerade unerwartete Farbtupfer) in deinen Look bringen, wenn du darauf achtest, dass auch mindestens eine der Farben deiner definierten Farbpalette in dem Muster vorkommt. So kannst du das Muster ideal mit deinen anderen Kleidungsstücken kombinieren.

Du hast bestimmt, wie viele Farben du haben möchtest und wie viele Neutraltöne (schwarz, weiss, grau, braun, beige, creme, marine) darunter sein sollten? Super! Dann geht’s jetzt an die bunten Farben. 

Erlaubt ist hier was gefällt und zu dir passt! Regeln wie „kein schwarz zu blau“ und Ähnliche sind hoffnungslos veraltet. Suche dir Farben, die du liebst und die du mit deinen neutralen Tönen kombinieren kannst. 

Faustregel zur Wirkung von Farben

Je leuchtender deine Farben, desto dominanter, kraftvoller, präsenter dein Outfit und deine Wirkung auf andere Menschen.
Je gedämpfter deine Farben, desto nahbarer, softer und freundlicher wirkt dein Outfit. 

Plötzlich ist es so logisch, warum viele zurückhaltendere Frauen so unglücklich sind, wenn ihnen  in einer Farbberatung der starke „Wintertyp“ attestiert wird mit all seinen leuchtenden fuchsia, pink und Türkistönen.

In deine Farbpalette gehören nur Farben, in denen du dich selbstsicher und attraktiv fühlst und die die Ausstrahlung besitzen, die du dir wünscht. 

Evt. wirst du je nach Gelegenheit mal kraftvoller und dominater, mal zugänglicher und freundlicher wirken wollen. Dann achtest du entsprechend darauf, dass deine Garderobe beide Farbqualitäten enthält.

Interessant, wie eine kleine Garderobe die wie oben von Sézane auch diesen Spagat schafft, nicht wahr?

Übrigens: Ich bin zwar ein Fan von dem Label Sézane, aber mit ihnen weder verwandt noch verschwägert, noch hat man mir irgendeine Art der Kompensation für diesen Artikel gezahlt. Trotzdem muss ich aus rechtlichen Gründen diesen Artikel als „Werbung“ markieren. Einfach weil ich das Brand erwähnt habe. 

Nun wünsche ich dir ganz viel Spass beim Erstellen deiner Farbkarte!

Happy Styling!
Ingrid

PS: Möchtest du deine Farben auf deine Haut-Augen-Haartyp abstimmen? Dann findest du hier meinen Artikel dazu.

Wünscht du dir, dass ich deine Farben analysiere und dir eine individuelle Farbkarte erstelle? Schreib’ einfach an ingrid@academyofstyle.ch und wir besprechen, wie ich dich unterstützen kann.

1 Comment

  1. Marga

    Liebe Ingrid! Wiedereinmal ein wundervoller Blogartikel, der inspiriert und weiter hilft. Du bringst es immer auf den Punkt. Danke!

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