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Mode Irrtümer die Verkäufer erzählen

2 | 2018-11-23 01:56 | Style Blog

Eines vorweg: Ich möchte hier auf keinen Fall sämtliche Verkäufer/innen über einen Kamm scheren oder schlecht machen! Natürlich gibt es sehr talentierte und ehrliche Verkäufer die toll beraten können!
Ich glaube auch, dass es viele Verkäufer nicht „böse“ meinen, sondern manchmal einfach schlecht geschult wurden und dies nun leider weitergeben.
Es ist nämlich nicht allzu lange her, da hatte ich eine (bis zu dem Moment) sehr interessante Unterhaltung mit einer super Verkäuferin in einem bekannten Zürcher Geschäft über die aktuellen Kollektionen. 
Ich konnte kaum glaube, dass SIE plötzliche diese beiden Clichés fallen lässt:    

„Schwarz und weiss steht jedem!“

Dieser Satz macht mich total wahnsinnig und ich meide Geschäfte in denen das erzählt wird, wie der Teufel das Weihwasser!
DAS.IST.EINFACH.FALSCH!
Keine Farbe steht „jedem“. Aber abgesehen davon, sind diese beiden sehr harte Farben. Schwarz betont jeden dunklen Schatten im Gesicht, jede feine Linie und macht daher älter. Gerade Frauen mit sehr heller Haut und durchscheinenden Äderchen sehen in schwarzen Oberteilen schnell aus wie Gespenster (ich zum Beispiel)!
Auch ein strahlendes weiss hat eine sehr harte Wirkung. Je näher am Gesicht die Farbe getragen wird, desto mehr fällt auf, wenn die Zähne oder die Augen eben nicht strahlend weiss sind. Das sind sie übrigens fast nie, aber ein blütenweisses Hemd macht dies so richtig deutlich.
Deshalb: Ein weisses Hemd kann fast immer durch ein leicht getöntes Hemd in ivory ersetzt werden, ohne das es auffällt. Sogar für den Bräutigam gibt es Hemden in ivory oder ähnlich hellen Tönen. 
Je dunkler die Haare, klarer die Augen und je reiner die Haut, desto eher kann man schwarz tragen ohne kränklich und älter zu wirken. 
Bei weiss spielt die Haarfarbe weniger einer Rolle. Wenn die Haut leicht gebräunt und sehr rein ist, dann kann weiss sehr clean und frisch aussehen. 
Für alle, die auf schwarz und weiss als Oberteil nicht verzichten wollen oder können: 
Je weiter weg vom Hals die Farbe vorkommt, desto weniger treten die ungewünschten Effekte auf. Ein tiefer V-Ausschnitt hilft schon sehr. Ein Tuch oder Schal in einer schmeichelnden Farbe sind ideal, oder auch eine Statement Kette, die frische Farben in’s Spiel bringt. 
Schwarz und weiss an der unteren Körperhälfte getragen ist auch weniger problematisch, wobei wir aber bei Aussage 2 wären: 

„Schwarz und weiss kann man zu allem kombinieren!“

Ahhhhrrrr!!!
Wie ich ja oben schon geschrieben habe, sind schwarz und weiss sind die härtesten Farben, die wir überhaupt haben! Sie bilden zu fast allem (ausser zu grau, was einen Mischung aus schwarz und weiss ist) einen sehr harten Kontrast. 
Das kann toll und spannend aussehen, -wenn man es tragen kann! 
Viele Personen werden davon aber total überlagert, d.h. man schaut nur noch auf das Outfit und nicht auf die Person. -Kein schönes Gefühl!
In Mitteleuropa sind mittlere/dunklere Blondtöne sowie braunes Haar in zahlreichen Schattierungen sehr verbreitet. Unsere Haut ist tendenziell hell und die Augen braun, blau oder grün. Das bedeutet: Die natürlichen Kontraste sind nicht besonders hoch.
Ab und zu gibt es aber Typen mit sehr hohem natürlichen Kontrast: 
Schwarzes oder sehr dunkles Haar + schneeweisse Haut + sehr klare Augen
oder:
Sehr helles Blond + sehr helle, reine Haut + sehr klare, dunkle Augen 
Diese Personen können ein Outfit mit hohem Farbkontrast besonders gut tragen. An ihnen wirkt es spannend statt schrill.
Einen Grossteil der Mitteleuropäer werden softe Farbkombinationen viel mehr unterstützen, als starke Kontraste. Wie hält man also das Kontrastlevel niedrig? 
Einfach und wirksam: Schwarz durch grau ersetzen! Von anthrazit bis steingrau ist hier ganz viel möglich.
Wem wärmere Farben besser stehen, der ersetzt schwarz durch braun.
Und wem grau nicht gefällt und braun zu wenig elegant ist (es gibt wunderschöne schokobraune Töne!): Wie wäre es mit marineblau? Diese Farben lassen sich super kombinieren und wirken gleich viel weicher als schwarz.  
Warum sind Kontraste für deinen persönlichen Look so wichtig? Hier findest du weitere Tips!

„Das trägt man jetzt so!“

…und wen interessiert das?
Dieser Satz fällt häufig, wenn man vor der Umkleide in den Spiegel schaut und irgendwie nicht so richtig überzeugt ist. Man fängt an, hier und da an dem Kleidungsstück herumzuzupfen oder erwähnt sogar etwas wie:
„Sind die Hosenbeine nicht viel zu weit?“
„Sind die Ärmel nicht etwas zu kurz?“
„Wenn ich mich bewege fällt das so komisch…“
Die einfachste Antwort: „Das trägt man jetzt so!“
Klar, Culotte Hosen z.B. mit ihrem sehr weitem Bein sind in den letzten Jahren recht in Mode gekommen und waren für uns erstmal ungewohnt. Vielleicht hat die Verkäuferin total recht, wenn sie sagt: „Das trägt man jetzt so.“ 
Aber: Es spielt garkeine Rolle!
Offensichtlich fühlt sich die Trägerin nicht wohl und dann sollte sie es doch bitte nicht kaufen, nur weil irgendwer das jetzt so trägt.
Du möchtest aber deinen Style updaten und dich etwas neues trauen? Dann mach‘ in der Situation eine Spiegelselfie und schaue es dir morgen nochmal an. Was denkst du? 
„OMG!!! Zum Glück habe ich das Ding nicht gekauft!“
oder:
„Hmm, garnicht so schlecht!“
Im 2.Fall probiere doch noch ein Alternativmodell an! Wenn du dann überzeugt bist, dass das der Trend ist, den du mitmachen willst, wird ganz sicher niemand mehr das Gefühl haben, dich überreden zu müssen.

„Das haben wir gerade reduziert!“

Kann möglich sein! Ein grosser Teil der Ware wird zum Saisonende (und als Saisonende bezeichnet man im Winter bereits die Weihnachtszeit, bzw. im Sommer den Juni!) herabgesetzt. Allerdings wird in vielen Branchen Ware für den Sale extra produziert. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass vom Händler von Anfang an geplant war, eine Shirt z.B. für 19 CHF zu verkaufen und nicht, wie es auf dem Etikett steht, für 69 CHF. Das Produkt ist also kein wirkliches Schnäppchen, sondern genau seine 19 CHF wert- und nicht 69!
 Wie erkennt man aber so etwas als Kunde. Es gibt ein paar Anzeichen:

  • Wenn z.B. ein Kleidungsstück in zahlreichen Farben und sämtlichen Grössen „reduziert“ erhältlich ist und dazu noch im Printkatalog oder Werbung beworben wird, ist das ein recht deutliches Zeichen. -Auch wenn es Ausnahmen geben mag.
  • Auffällig ist auch, wenn das Preisetikett nicht mit dem neuen Preis überklebt wurde, sondern ab Fabrik ein durchgestrichener und eine neuer, roter Preis bereits aufgedruckt ist. Hier spricht man in der Branche von „Rotstiftpreisen“.

Hättet ihr das Teil auch gekauft, wenn keine 69 CHF suggeriert worden wären, sondern wenn es von vorn herein mit 19 CHF ausgezeichnet gewesen wäre?
Dann ok, kaufen!
Ich behaupte: Meist wird das aber wohl nicht der Fall sein..

Der folgende Spruch ist zwar kein Mode Irrtum, aber auch ein Satz, den ich ständig höre und den ich komplett unnötig finde.

„Das haben wir gerade erst reinbekommen, bzw. das ist das letzte Teil!“

Die 1. Version ist ein bisschen die schüchterne Schwester der 2. Version. Ziel: Den Kunden unter Druck setzen, dass das Stück total hot ist und bald ausverkauft sein wird.
Wer meinen Post über den Hochzeitskleiderkauf gelesen hat weiss, dass ich kaum etwas mehr hasse, als wenn man mich beim Shoppen unter Druck setzen will. Genau so entstehen Fehlkäufe. Was nützt es dem Verkäufer, wenn ihr das Teil am nächsten Tag umtauschen kommt?
Ihr kennt ja mein Motto beim Shoppen: „Passt es zu mindestens 3 Stücken im Schrank?“ „Habe ich genügend Gelegenheiten es zu tragen?“ „Habe ich schon etwas ähnliches?“ Das muss nun mal kurz überlegt sein!

In dem Sinne: Entspanntes Shoppen wünsche ich dir!

alles Liebe,
Ingrid

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