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Shein und Wish: Wie ist die Qualität, was sind eure Erfahrungen?

Shein und Wish: Wie ist die Qualität, was sind eure Erfahrungen?

2 | 2021-06-02 04:04 | Shopping & Qualität

Diese Frage ist mir in den letzten Wochen mehrmals über den Weg gelaufen und weil sie mich jedes mal so wahnsinnig triggert, widme ich Shein und Wish meinen Blog der Woche.

Disclaimer vorweg:

Ich habe weder bei Shein noch bei Wish oder Ali Express oder ähnlichen Händlern je bestellt und werde es auch nicht tun. Warum fühle ich mich trotzdem befugt über das Thema ultra-billig-fast-fashion zu schreiben?

Darum:

Bevor ich mich als Stylistin selbstständig gemacht habe, bin ich während 7 Jahren (11 wenn ich die Zeit in der Einrichtungsbranche dazu zähle) sehr regelmässig nach China, Indien, Thailand, Vietnam sowie diverse osteuropäische Länder gereist um dort Qualitätskontrollen in Bekleidungsfabriken zu organisieren, Tester zu schulen, „Probleme“ verschiedenster Art mit den Fabriken vor Ort zu klären.
Mit ca. 50-60 Fabriken habe ich teilweise sehr intensiv (regelmässig über mehrere Wochen vor Ort) zusammen gearbeitet.  Ich traue mir also zu, Löhne (vor allem in chinesischen Fabriken), Lebenshaltungskosten, Produktionsbedingungen und Qualität einschätzen zu können.

Shein und Wish wie ist die Qualität?

Bevor du jetzt denkst: „Jetzt kommt sie mir mit langweiligen Nachhaltigkeitsthemen- interessiert mich nicht!“ Liess‘ trotzdem weiter. Wir kommen noch zu deinem Körper, zu deinem Styling, deiner Ausstrahlung.

Beide Hersteller arbeiten hauptsächlich mit 100% Polyester. Anders ist es auf diesem Preisniveau auch kaum möglich. Es kommen nur die billigsten der billigsten Fasern in Frage. Damit sollte sich die Frage nach der Qualität schon fast von selbst erledigt haben.
Trotzdem: Ich verteufle Polyester nicht von A-Z, für manche Kleidungsstücke benötigen wir Kunstfasern um eine grosse Strapazierfähigkeit oder andere Eigenschaften zu erreichen. Für MANCHE Kleidungsstücke.

Aber eine sommerliche Rüschenbluse für 12€ aus 100% Polyester??
Liebe Ladies, die die Frage nach Qualität so oft in den Social Networks stellen: Was genau bedeutet Qualität für euch? Was erwartet ihr auf diesem Preisniveau? Das es euch im Sommer jucken und schwitzen wird darin. Das erwarte zumindest ich.
Wie fühlst sich das an, wenn man so ein Plastikteil durch den Sommertag trägt? Was macht es wohl mit der Ausstrahlung der Trägerin, wenn sie schwitzt, das Teil ständig in Form zieht und sie sich konstant Sorgen macht, dass es riechen könnte? Kann das noch „Qualität“ sein?

Wahrheiten, die Instagram nicht zeigt.

Aber zurück zum Kernthema Qualität

Um völlig transparent zu sein: In den Fabriken im unteren bis mittleren Preissegment, die ich in China besucht habe, zahlten meine Arbeitgeber oftmals die Shein und Wish Verkaufspreise als Einkaufspreise. Wie man also Verkaufspreise von 1€ für 9 Ringe, 14€ für ein gerüschtes und gerafftes Sommerkleid oder 11€ für einen Bikini mit Bügeloberteil erreichen kann, kann ich nur erahnen bzw. von den Standards im unteren Preisumfeld noch ein paar Qualitätspunkte abziehen.

Grundsätzlich funktioniert fast-fashion nur fast. Klar. Das betrifft vor allem die Produktion.

Um besser einzuschätzen was du kaufst, solltest du diese Fakten kennen:

Eine Näherin näht niemals das ganze Kleidungsstück, sondern nur eine Naht. Dann wandert das Stück zur Nächsten. Jede Näherin (i.d.R. Frauen) wird nach Anzahl Nähten gezahlt, die sie am Tag schafft. Natürlich benötigt sie bei den üblichen Hungerlöhnen jeden Cent.
Hat sie also Zeit, die Nähmschinennadel auszuwechseln, wenn sie merkt, diese wird langsam stumpf? Natürlich nicht. Die Folge: Löcher entlang der Naht. Macht ja nix bei den Preisen!
Hat sie Zeit und Muße ein Teil auszusortieren, wenn sie merkt, sie hat mal schief genäht? Wohl kaum! Das würde sie bares Geld kosten.
Hat sie wohl Zeit ihre Nähmaschine nachzujustieren, wenn sie merkt, die Spannung des Fadens ist zu straff? Erstrecht nicht. Dann wellt sich die Naht eben. Da werden die Kollegen im „Finishing Department“ später einmal kräftig drüber bügeln und dann schaut’s wieder super aus. Das die Wellen in der Naht nach dem Waschen wiederkommen, merkt die Kundin ja erst nach dem Waschen. Und dann ist das Teil ja eh fast reif für den Müll. Macht ja nichts. War ja billig.

Weniger eine Frage von Brands, als von zu niedrigen Preisen

Für mich ist es schwierig, Shein und Wish, aber auch Primark, H&M, Mango und grösstenteils auch Zara und andere mit dem Wort Qualität in Verbindung zu bringen. Das ist schlichtweg Kurzzeitfashion, die massenhaft getragen wird daher wenig individuell ist. Preisbedingt werden billigsten Materialien genutzt, denen man die Minderwertigkeit sehr schnell ansieht.
Hier und da ein Fashion Teil- wer will es verdenken. Aber schauen wir es als das an, was es ist: Eine modische Eintagsfliege die vielleicht für einen Abend Spass macht. Aber mit Qualität hat das nichts zu tun. Alles andere wäre Augenwischerei.

Kundenmeinungen: Kürzlich bei einer Bloggerin gelesen:

„Ich hab’s nach 2x tragen weggeschmissen, aber das ist ja voll ok bei dem Preis.“

NEIN! Das ist nicht ok! Überhaupt nicht ok- für keine Preis! Denn Kleidung ist keinen Wegwerfware!

Es gibt schliesslich keine Maschine, in die wir PET-Flaschen hineinwerfen (oder ein Wollknäuel) und unten kommt ein Pulli raus.

So viele Menschen arbeiten an einem Kleidungsstück- und sei es noch so billig

1) Wir brauchen Garn 
Die Faser muss erstmal hergestellt werden. Sei es aus z.B. Rohöl (Polyester) oder Baumwolle. Das eine ist energieaufwändig, das andere (immer noch besser) arbeits- und wasserintensiv. Dann muss die Faser gesponnen und gefärbt werden. Und dann haben wir erst ein Garn. Noch nichtmal einen Stoff.

2) Jetzt wollen wir einen Stoff
Garn wurde zur Textilfabrik gebracht und dort gewebt oder gesponnen. Evt. kommt jetzt noch ein Druck auf den Stoff. D.h nochmal Chemikalieneinsatz, von denen wir keine Ahnung haben, nach welchen Kriterien die Hersteller diese auf Unbedenklichkeit prüfen. Ich kann auf den Websites von Shein oder Wish keinen Hinweis dazu finden.
In Europa haben wir Gesetze, welche Chemikalien in Bekleidung vorkommen dürfen. Sämtliche europäischen Marken, die mir bekannt sind, überprüfen dieses streng. Ob sich die chinesischen Billigheimer auch daran halten, obwohl diese Richtlinien für den einheimischen Markt nicht gelten? Und in den USA gelten nochmal andere Richtwerte.
Ob alle diese Bestimmungen eingehalten werden? Kaum anzunehmen. Wer soll all die Labortests auch bezahlen?

3) Jedes Kleidungsstück ist ein Designerstück
Ja, wirklich. Denn irgendwer muss sich auch das billigste Teil einmal erdacht haben. Bestimmt haben, welcher Schnitt in welchem Stoff und in welchem Farbton hergestellt wird. Dazu kommt die Entwicklungsabteilung, die alle Zutaten (Reissverschlüsse, Knöpfe,..) auswählt und Passformkontrollen macht. Hier gibt’s eine Menge Geld zu sparen für den Hersteller.
Wer braucht schon einen hochwertigen Reissverschluss, wenn die Kundin das Tiel ohnehin nur 1-2 x tragen wird?
Wenn die Farbe der Knöpfe nicht wirklich zum Stoff passt? Egal.
Wenn die Passform nicht ok ist, dann wird’s schmerzlos weggeschmissen, und man verkauft der Kundin etwas neues. Um so besser.

4) Endlich nähen 
Nun kann endlich genäht werden. Nach dem Muster wie ich es dir oben beschrieben habe. Jede Näherin macht nur eine einzige Naht. Je mehr sie an einem Tag davon schafft, desto „mehr“ verdient sie. Sorgfalt unter diesem Zeitdruck? Unmöglich, wenn man genug Geld für die Familie heimbringen möchte.

5) Ab nach Europa
Jetzt muss das Teil also „nurnoch“ am Model fotografiert, verkauft, verpackt und verschifft werden.

Und für all diesen Aufwand, den jedes Kleidungsstück durchmacht verlangen wir dann, dass ein T-Shirt nicht mehr kostet als ein kg Kirschen vom Bauern nebenan.
Ich habe es neulich auch meiner Facebook Gruppe gesagt: Ich gönne jedem Bauern von Herzen einen guten Lohn (und den haben sie ja anscheinend auch nicht wirklich), aber ich gönne auch jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter in der Bekleidungsindustrie einen fairen Lohn.

Was ist eigentlich ein fairer Lohn?

Shein schreibt auf der eigenen Homepage, man sei eine „grosse Familie“ und zahle selbstverständlich faire Löhne.
An dieser Stelle fällt es mir schwer, diplomatische Worte zu finden.
Erstmal: Wer genau ist „wir“? Besitzt Shein die Fabriken? Ich weiss es nicht, halte es aber für unwahrscheinlich, denn kompliziert und aufwändig. Produktion an Lohnbetriebe auszulagern ist im fast-fashion Geschäftsmodel die schlankere Lösung. Wenn sie die Fabriken also nicht besitzen- wie kontrollieren sie dort die Löhne? Schwierig. Sehr schwierig.

All diese Menschen, die in den oben beschriebenen 5 Schritten arbeiten sollen schliesslich von der Produktion von 11€ Bikini leben können. Wobei natürlich auch noch Materialien, Maschinen, Logistik, Gewinn und recht wahrscheinlich auch einen nicht unerhebliche Summe für div. Schmiergelder gezahlt werden wollen. -Das ist einfach üblich und keine Dramatisierung meinerseits.

Laut Shein befinden sich die Fabriken im Umland von Nanjing. Jetzt wird’s richtig interessant, denn Nanjing liegt im Speckgürtel von Shanghai und ist eine überdurchschnittlich teure Gegend in China. Wer jetzt meint: „Macht ja nix, in China kostete das Leben bestimmt auch nur 50€ im Monat“, dem sei gesagt:

Eine 1-Zimmer-Wohnung in Nanjing kostet 2020 durchschnittliche 575$/Monat und ein einfaches McDonalds Meal kostet 4.50$. Kann mir bitte jemand erklären, wie eine Näherin, die das kleinste Rädchen in dem oben beschriebenen Getriebe ist, sich einen Wohnung für 575$ leisten soll? (Quelle: costof.live)

Die Antwort ist einfach

Garnicht. Sie lebt nämlich auf dem Geländes ihres Arbeitgebers in Schlafsälen von gern mal 10-20 Personen, wenn sie eine höhere Position hat („Linienverantwortliche“), dann auch mal ein Schlafzimmer mit nur 6 Personen. Das macht Sinn, denn wer will schon einen langen Arbeitsweg haben, wenn man 10-14Stunden/Tag arbeitet an 6-7 Tagen in der Woche.

Und die Familie?

Wie schön, dass du fragst! Falls sie Kinder hat, werden diese üblicherweise von den Grosseltern irgendwo auf dem Lande grossgezogen. Einmal jährlich (!), zum chinesischen Neujahr, ist der Urlaub lang genug um die Kinder und Eltern dort zu besuchen. Alle eine grosse Familie- nicht wahr?

Shein und Nachhaltigkeit

Shein schreibt auf’s dreisteste auf der eigenen Website: „… gehören wir zu den ersten Modemarken, die Schritte unternehmen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern.“

Hier bleibt mir fast die Luft weg (nicht nur, weil die ersten Modemarken sich um Nachhaltigkeit bemüht haben, da war der Gründer von Shein noch nicht einmal geboren), sondern weil sie danach jegliche Fakten vermissen lassen.

Welche Schnitte unternehmt ihr denn, Shein?

Die wenig überzeugende Antwort:
Die meisten großen Modemarken verwenden den Siebdruck, bei dem Chemikalien, große Mengen an Farbstoffen/Wasser/Dampf und enorme Mengen an Strom zur Herstellung von Stoffen eingesetzt werden. Shein benutzt eine innovative Digitaldruckmethode.

Liebe Sheinis: Digitaldruck ist schon läääääängst Gang und Gäbe in der Textilindustrie. Wichtig wäre zu wissen: Welche Chemikalien benutzt ihr denn da? An welche Standards haltet ihr euch da, damit wir keinen Ausschlag oder Schlimmeres kriegen? Nicht nur beim Drucken, sondern generell beim Färben? Reach Standard? Öko-Text Standes?
Keine Antwort.

Übrigens: Nachhaltigkeit ist nicht nur Drucken. Stichwort: Polyester, Emissionen durch die extremen Transportwege.
Aber vor allem: Müll durch Überkonsum. Kleidung zu einem Wegwerfartikel zu degradieren ist eine Vergewaltigung des Begriffs Nachhaltigkeit sondergleichen.

Spätestens an dieser Stelle hat Shein in meinen Augen die rote Linie zwischen Marketingjargon und bewusstem Täuschen vom Kunden deutlich überschritten.

Übrigens: Selbst wenn Polyester recycelt werden kann (das Wenigste wird wirklich recycelt und wenn, dann ist es energieaufwändiger als die Neuproduktion eines vergleichbaren Baumwollshirts), während jeder Wäsche landen Microplasiken aus dem Stoff im Abwasser, somit im Meer und schliesslich in der Nahrungskette.
Quelle: Fashiounited. Wie nachhaltig ist recyceltes Polyester wirklich?

Und was sagt Shein zu diesen Anschuldigungen?

Was zu erwarten war: Nichts.
Die britische Zeitung The Guardian, sowie der Nachrichtendienst Reuters wollte auch gern mehr über die Produktionszustände erfahren. Leider war im Hause Shein niemand zu sprechen.

Shein und Wish aus der Styling Perspektive

Jetzt mal was ganz anderes. Wie sieht es denn bzgl. Design und Style aus?
Über Geschmack lässt sich ja streiten und von Kleid im „böhmischen Stil“ habe ich modetechnisch wirklich noch nie zuvor gehört, aber es tut auch niemandem weh. Also lassen ich meinen persönlichen Geschmack mal aussen vor.

Meine Sichtweise kommt eher aus der Modepsychologie. Wir wissen spätestens seit Forschungen in den 1980er Jahren, dass Mode nicht nur ganz entscheidend beeinflusst, was andere über uns denken, sondern dass unsere Kleidung sehr stark auf uns zurückwirkt.

Wir können uns im wahrsten Sinne des Wortes happier und fröhlicher, aber sogar konzentrierter und erfolgreicher stylen. Eine Referenz für interessierte: Studie über die „angezogene Wahrnehmung“.  Wir glauben fest an den Look, den wir uns selbst angezogen haben.

Was sagen wir also unserem Unterbewusstsein, wenn wir in einem 25€ Komplettlook aus Polyester im Büro auftauchen?
Vielleicht so etwas in der Art: „Ich kann mir nicht mehr leisten. Ich verdiene nicht genug. Ich bin nicht erfolgreich genug für schöne Kleidung.“ Macht uns diese Einstellung erfolgreicher? Wohl eher im Gegenteil.
Welche Wertschätzung bringst du deinem Körper entgegen, wenn du deine Haut ungeprüften Chemikalien aussetzt?

Fühlt es sich nicht viel schöner an, ein Teil auszuführen auf das wir uns vielleicht einen Weile freuen mussten, bevor wir es gekauft haben? Ein Teil von dem wir wissen, dass es ein Team von Profis designt hat und das wir lange lieben werden, weil es sich so toll auf der Haut anfühlt? Das uns jedes mal zum Lächeln bringt, wenn wir es sehen?

Das macht einfach etwas ganz anderes mit unserer Ausstrahlung und Anziehungskraft. Und Anziehungskraft ist schliesslich der schönste Style.

 

Liebe Leserin: Herzlichen Dank, dass du bis hierhin durchgehalten hast, denn das musste jetzt wirklich einfach mal raus!

Ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten, dir einen meiner Services vorzuschlagen, sondern dir einfach sagen:
Schau‘ dich gern hier auf dem blog um. Du findest tonnenweise kostenlose Styling Tipps, die dir helfen Teile zu kombinieren und somit mehr Outfits aus deinen bisherigen Teilen herauszuholen. Du findest Tipps zu Farben, Bodytypes, Outfits kombinieren, und und und.
Ich glaube, wir haben alle genug im Schrank und oft fehlen nur die Ideen, wie neue Looks damit stylen. Lass‘ dich hier inspirieren, denn Shopping im eigenen Schrank ist sogar noch günstiger als bei Shein, Wish oder ähnlichen Brands.

Alles Liebe,
Ingrid

PS: Was auch immer deine Meinung ist, und mag‘ sie sich auch noch so sehr von meiner Meinung unterscheiden, ich freue mich immer von dir zu hören. Schreibe mir gern in’s Kommentarfeld.

40 Comments

  1. Christiane Lorenz

    Liebe Ingrid, ich danke für diesen sehr guten und fundierten Blogbeitrag, der so wahr wie erschreckend ist und noch viel breiter veröffentlicht werden müsste, so schlimm !
    LG Christiane

    • Ingrid

      Danke liebe Christiane für deinen Kommentar und deine Unterstützung für das Thema. Wenn du magst, kannst du den Link natürlich sehr gerne teilen.

      liebe Grüsse
      Ingrid

    • Sabine

      Du sprichst mir soooo sehr aus der Seele 🙏🏻 Mich macht diese Einstellung wahnsinnig, dass alles nur mehr 1-2 getragen und danach einfach weggeschmissen wird. Diese Wegwerfgesellschaft verbunden mit den tollen Influencern, die dann zum ständigen shoppen anregen, verursacht leider großen Raubbau an unserem Planeten.
      Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und aufrüttelnden Artikel !!!!

  2. Helene Friedrich

    Ich habe schon oft bei den Firmen eingekauft … für mich waren die Artikel bis heute ok …. und Passgenauigkeit,, habe ich bei teuren Waren nicht immer, das mal eine Naht auf geht kann auch bei teuren Marken passieren …

    • Ingrid

      Hallo liebe Helene

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Mit dem Thema Passform sprichst du einen sehr interessanten Punkt an. Es ist naturgegeben tatsächlich unmöglich, dass ein Hersteller (sei er auch noch so teuer) allen Menschen gleich gut passt. Dazu sind unsere Proportionen zu verschieden. Zwei Frauen mit Gr. 38 können immer noch sehr unterschiedliche Körper haben. Der einen passt die eine Marke, der anderen passt etwas ganz anderes.
      Wo höherpreisige Labels die Nase vorn haben, ist (neben i.d.R. besseren Stoffen und sorgfältigerer Verarbeitung), dass die Passform eine höhere Konsistenz hat. Man möchte natürlich Stammkundinnen nicht zu verärgern, in dem die Teile jedes mal anders ausfallen. Dies bei unterschiedlichen Stoffen zu erreichen ist ein aufwändiger Prozess, denn die Billigheimer sich nicht leisten können/möchten. Hier ist es eher Glückssache, ob die Sachen nächstes mal wieder so sitzen wie zuvor.
      Auch schnitttechnische Feinheiten, wie genug Bewegungsfreiheit einzuarbeiten aber ohne hässliche Falten zu schlagen, und ähnliche Details sind in der Produktentwicklung eher aufwändig und etwas für Brands, die sich die Zeit nehmen sehr sorgfältig zu arbeiten.

      liebe Grüsse
      Ingrid

  3. Bettina Kopp

    Liebe Ingrid, ich frage mich, was Menschen erwarten, die diesen Ramsch kaufen. Ich kaufe gerne so im mittleren Preissegment und hoffe, das die Arbeiter ordentlich bezahlt werden und nicht alles nur die Geschäftsleitung abgreift. Made in China und Indonesien steht auch hier im Etikett. Ich muss gestehen, dass ich dich gern das eine oder andere Teil habe, das ich nicht so oft trage. Es wäre gut zu wissen wo man mit gutem Gewissen Mode zu erschwinglichen Preisen kaufen kann.
    Toller Artikel!!!!

    • Ingrid

      Danke liebe Bettina für deinen Kommentar!

      Made ich China ist übrigens nicht durchwegs schlecht. Garnicht. Ich habe dort auch schon top moderne Fabriken besucht. Gerade in der Produktion von Stoffen sind sie technisch manchmal besser ausgestattet als viele Europäer (weil in den letzten 20 Jahren eben sehr viel Geld von Europa nach China geflossen ist). Aber diese Produktionsstätten kosten natürlich auch und deshalb können die ganz billigen Brands dort nicht produzieren.
      Ich werde sicher noch einen Nachfolgeartikel machen und Tipps geben, worauf man beim Kauf achten kann. Ein guter Schritt ist auf jeden Fall, auf den Websites, deiner Lieblingsmarken zu gucken, ob sie einem Verband zum Durchsetzen von Sozial und/oder Umweltstandards angeschlossen sind. Dies deutet auf ein ernsthaftes Bemühen hin, die Situationen in den Produktionsländern zu verbessern. Solche Verbände oder Standards sind z.B. Fair Wear Foundation. BSCI oder SA8000.

      liebe Grüsse
      Ingrid

  4. Tanja

    Liebe Ingrid, ein großes Dankeschön für diesen Artikel! Ich selber habe tatsächlich 3x bei Shein bestellt bevor ich es aufgegeben habe, weil die Sachen auch einfach nicht gut sitzen. Die Frage ist aber, was kann man denn guten Gewissens tragen? Weil wie du ja geschrieben hast, die anderen Ketten sind auch nicht besser. Ich kaufe z.b. ganz gerne bei Only. Aber auch das wird nicht besser sein? Liebe Grüße, Tanja

    • Ingrid

      Hallo liebe Tanja, vielen Dank für deine Antwort!

      „Was kann man guten Gewissens kaufen?“
      Das ist eine gute Frage und tatsächlich nicht so leicht zu beantworten, aber ich werde einen Nachfolgeartikel machen und Tipps geben.
      Ein guter erster Schritt ist auf jeden Fall, auf den Websites, deiner Lieblingsmarken zu gucken, ob sie einem Verband zum Durchsetzen von Sozial und/oder Umweltstandards angeschlossen sind. Dies deutet auf ein ernsthaftes Bemühen hin, die Situationen in den Produktionsländern zu verbessern. Solche Verbände oder Standards sind z.B. Fair Wear Foundation. BSCI oder SA8000.

      liebe Grüsse
      Ingrid

  5. Sanne Werding

    Toller und interessanter und informativer Artikel! Ich bin schon seit längerem ein Fan von Secondhand shoppen und schaue gezielt nach hochwertigen Marken. LG, Sanne

    • Ingrid

      Hi Sanne

      Ja, ich finde auch- unsere Kleider werden heute so wenig getragen, da findet man tolle Sachen 2nd Hand.

      liebe Grüsse
      Ingrid

  6. Karla

    Liebe Ingrid,

    was für ein toller Beitrag, der mich seeeehr zum nachdenken angeregt hat. Vieles davon wusste ich schlichtweg nicht. Aber eines habe ich ganz klar für mich mitgenommen: in Zukunft sehr genau zu schauen was und wo !! ich einkaufe.
    Vielen lb. Dank für diesen Post.

    Lg Karla

  7. Silke

    YESS! Super geschrieben! Schön grantig und dennoch mit Fakten untermauert, da merkt man den Profi!
    Danke für den lesenswerten Artikel!

  8. Andrea

    Liebe Ingrid, ich finde deinen Artikel sehr sehr interessant und voller Fakten. Ich habe bisher die Plattform Wish genutzt und habe 1 Paar Schuhe und einen Pullover gekauft. Und ich gestehe, beides trägt sich nach Jahren beziehungsweise waschen immer noch toll. Heißt für mich, weggeworfen wird es definitiv nicht, sondern eher immer wieder neu kombiniert. Die Pumps hätte ich höchst gewinnbringend verhökert können…. Bei diesen beiden Einkaufserlebnissen in Sachen Bekleidung blieb es, aufgrund der Themen Bezahlung/Arbeitsbedingungen. Mein Fokus liegt vermehrt nur noch auf Deco und eventuell kleinem Technik Zubehör. Es wird Zeit, dass sich die Produktionsbedingungen sowie auch die Lebensbedingungen in diesen Produktionsstätten schnellstmöglich verbessern. Auch ich achte vermehrt auf gute Qualität und Nachhaltigkeit und habe auch den einen oder anderen Store für mich neu entdeckt. Dazu gehört COS. Dieser Store bietet sehr sehr gute Qualität und auch hochwertige Kleidung an. Zur Philosophie des Unternehmens möchte ich mich noch belesen. Jedoch habe ich erst zwei Sachen gekauft und kann da noch nichts über die Langlebigkeit berichten.
    Dir einen tollen Tag gewünscht und liebe Grüße. Andrea

  9. Kathrin

    Liebe Ingrid,
    Vielen Dank für den tollen Beitrag, ich finde es erschreckend wieviel Leute sich teilweise Kleidung für ein paar Euro kaufen mit dem Hintergedanken sie eh bald zu entsorgen?! Verstehe ich absolut nicht.
    Ich kaufe mittlerweile für mich und meine Kinder fast alles second Hand, tausche mit Freundinnen Klamotten aus (manchmal möchte man auch mal etwas anderes tragen, z. B. Kleider, Tücher Handtaschen), nähe und stricke ganz viel selbst.
    Beim selbst Nähen wird einem auch erstmal klar wie aufwändig die Kleidung eigentlich ist und dass die Preise nicht ok sein können. Meistens kostet der Stoff schon mehr als die fertig Kleidung bei H&M etc.

    Ich hoffe die Leute wachen auch mal auf und gehen wieder dazu über weniger zu konsumieren, auch mal etwas zu reparieren und evtl. Second Hand zu tragen.

    Ich trage gerne die Kleidung von Bonaparte und Boden.

    Viele Grüße Kathrin

    • Ingrid

      Hi Kathrin

      Ja, Second Hand ist ein super Stichwort! Gerade vorhin habe ich über einen neuen Shop in Zürich gelesen, der sehr interessant aussieht und den ich unbedingt mal besuchen muss. Ich bin so froh, dass das Thema Second Hand mehr und mehr aus der „Müffelecke“ herauskommt und salonfähig (um nicht zu sagen: trendy) wird.

      liebe Grüsse,
      Ingrid

  10. Sabine

    Liebe Ingrid, vielen Dank für deinen Blog. Ich kann den 1000%ig mit unterschreiben und bin da ganz bei dir. Es ist bei den meisten jungen Menschen einfach so drin. Es muss trendy sein, aber billig, denn viel Geld ist halt eben auch nicht da. So lange es die Käufer gibt, die diese billig Klamotten kaufen, so lange wird sich da leider nichts ändern. Es ist wie bei Lebensmitteln, nicht einfach, die richtigen und guten Sachen zu finden.
    Aber Aufklärung ist und bleibt wichtig.

  11. Kaya Schwarzer

    Liebe Ingrid,
    Du sprichst mir aus der Seele. Klar will keiner gerne viel Geld ausgeben. Aber dann kaufe ich eben nicht 6 Tshirts, sondern 2. Wobei auch das nicht hinkommt, wenn ein Billigshirt bei XY (Primarkt bis Takko, TK max und was es noch gibt) für 2,99 über den Tresen wandert, bekomme ich auch für den Preis von 3en nichts Gescheites. Ein fair hergestelltes Shirt gibt es einfach nicht für billig. Da muss man schon 30 € bis hin zu sehr viel mehr in die Hand nehmen. Und auch bei „teuren“ Sachen fällt man oft auf die Nase. Der teure Kaschmirpulli, statt 199€ nur 129€ im Sale. Zugeschlagen, gefreut. Dann im Kleingedruckten gesehen, Made in China. Und nach 2 Mal Tragen Pilling ohne Ende. Man kann immer Pech haben.
    Umgekehrt habe ich oft schon schöne, haltbare und aus schönem Material hergestellte Kleidung bei Zara, Uniqlo oder Only gekauft. Und zumindest ich finde es schwer zu bestimmen, was ist ein fairer Preis? Wer hat von den Millionen von Brands faire Bedingungen? Ab wann kann ich ordentliche Qualität erwarten? Erwarten dass das Teil mehr als eine Saison hält? Wo kann man überhaupt kaufen? Ich würde gerne bewusst einkaufen – hast Du vielleicht eine erste Liste, wo man schöne, wertige Sachen kaufen kann, ohne dass der Pulli 400€ aufwärts kostet? Und vielleicht mal Richtgrößen, was man für welche Basics hinlegen muss, um Qualität erwarten zu können? Der eine findet 30€ für ein Tshirt viel, der andere lacht bei 60€ noch….

  12. Sandra

    Liebe Ingrid,
    ein durchaus sehr interessanter Artikel, vielen Dank. Spätestens seit dem Dokumentarfilm „China Blue“
    (2005) sollte uns allen bekannt sein, unter welchen Bedingungen ein Großteil unserer Kleidung hergestellt wird. Allerdings sollte man auch die andere Seite nicht vergessen. Warum gibt es denn so viele Wanderarbeiter in China? Wenn die Näherin nicht mehr Fäden abschneidet oder eine Naht näht, weil niemand mehr die Produkte kauft, was macht sie dann? Und ihre Familie, für die sie das ganze Jahr arbeitet? Die soziale Ungerechtigkeit ist immens in China. Und wenn wir die Bedingungen in der Bekleidungsindustrie anprangern, wie sieht es aus, wenn wir nach Asien reisen bzw gereist sind. Wer sind wohl die Angestellten im Hotel, die Zimmermädchen , die Köche bzw Hilfskräfte im Restaurant? Wanderarbeiter, deren Bedingungen wohl kaum besser sind, als die der Näher in der Bekleidungsindustrie. Es ist einfach eine ungerechte Welt und wir sollten achtgeben, dass wir nicht durch vermeintliche „gute Taten“ („wir boykottieren diese Billighersteller“), die Lage für die Menschen vor Ort nicht noch verschlimmern.

    • Ingrid

      Liebe Sandra

      Vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag zur Diskussion!
      Ich habe früher mal ähnlich argumentiert- dass diese Art Konsum die Menschen aus noch prekäreren Lagen befreit. Das ist aber zu kurz gedacht. Denn das Geld, dass wir nicht im ultra-billig-Segment ausgeben (weil wir dieses z.B. boykottieren), verschwindet ja nicht. Wir geben es höchstwahrscheinlich an anderer Stelle aus. Es kommt also anderen Menschen zu Gute, die diese Einnahmen nicht hätten, hätten wir unser Geld bereits bei Shein ausgegeben. Z.B. ein Besuch in der Lieblingspizzeria, die ja auch sehr gelitten hat, das letzte Jahr. Oder, wenn man China als Land gern unterstützen möchte, dann kann man bewusst Kleidung von Marken zu kaufen, die zwar in China hergestellt sind, sich aber dort für faire Lohne und Umweltstandards einsetzen. In der Konsequenz fördern wir so, dass diese fortschrittlicheren Fabriken mehr Menschen einstellen können. Wenn wir hingegen Unternehmen unterstützen, die Mensch und Natur ausnutzen,- warum sollten diese sich dann jemals ändern?

      Ich sehe immer wieder, wie viele Konsumenten die eigenen Macht über ihren Geldbeutel unterschätzen. Es ist ein bisschen wie beim Umweltschutz in den 1980er Jahren. „Warum soll ich Müll trennen? -Fällt ja garnicht in’s Gewicht, was ich kleines Menschlein mache!“ Heute wissen wir: Stimmt nicht. In unserem Fall, ist es genauso.

      beste Grüsse
      ingrid

  13. Sandra

    Kleiner Nachtrag noch: ist „Made in Italy“ besser? Wieviele Fabriken gibt es dort, wo ausschließlich Chinesen arbeiten, die immer nur die gleiche Naht nähen bzw. den Faden abschneiden? Die Welt ist ungerecht, das ist Fakt.

    • Ingrid

      Aber muss die Welt auch ungerecht bleiben?
      Wir haben als aufgeklärte Konsumenten mehr Macht etwas zu verändern, als viele glauben.

  14. Andreja

    Vielen Dank für den tollen Artikel.
    Vieles weiß man, Manches denkt man sich und doch bleibt es erschreckend.
    Ich habe tatsächlich schon 1x bei Shein bestellt, auf Drängen meiner Teenietochter. Unter den jungen Mädchen herrscht hier leider eine Art Gruppenzwang, ich versuche hier noch ihre Sinne für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu schärfen.

    Weiterhin würde mich interessieren, wie es mit anderen Modemarken aussieht. „Muss“ ich mich explizit ernannten Bio- und Nachhaltigkeitsmarken hinwenden, um diesem Fast Fashion Trend den Rücken zu kehren? Oder gibt es noch eine Grauzone dazwischen?

    Der Überfluss an Kleidung und Waren, wenn man die Shops betritt, ist mir persönlich schon lange ein Dorn im Auge und bewirkt, dass ich wenig Lust auf Einkaufen habe und mich das Überangebot eher abschreckt.

    • Ingrid

      Hallo liebe Andreja

      Ganz lieben Dank für dein Kommentar!
      Meine Tochter ist zwar noch kein Teenie, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dies Gruppendynamik in diesen Lebensjahren nicht zu unterschätzen ist. Ich kann auch nachvollziehen, dass man Kinder/Jugendliche eigene Erfahrungen machen lassen muss. Mode hat ja auch sehr viel mit Selbstfindung, Identität ausdrücken zu tun. Daher kann ich irgendwo verstehen, dass der Drang nach den „Billigklamotten“ so stark ist bei den Teenies und das es sehr schwer ist, sie zu etwas mehr Bewusstsein zu bringen. Vielleicht könnten am ehestens Tauschbörsen etwas für sie sein?
      Es ist interessant, dass es unter den Jugendlichen so eine starke Hinwendung zum Thema Nachhaltigkeit gibt, auf der anderen Seite macht die Generation Z die fast-fashion Industrie gerade zum schnellst wachsenden Markt in der Bekleidungsindustrie.

      Zum Glück muss man nachhaltige Teile heute nicht mehr im Reformhaus kaufen (du weisst, was ich meine..😉). Milena hat oben in den Kommentaren einige Labels aufgeführt und ich werde auch noch einen Beitrag schreiben.
      Ein guter erster Schritt ist auf jeden Fall, auf den Websites, deiner Lieblingsmarken zu gucken, ob sie einem Verband zum Durchsetzen von Sozial und/oder Umweltstandards angeschlossen sind. Dies deutet auf ein ernsthaftes Bemühen hin, die Situationen in den Produktionsländern zu verbessern. Solche Verbände oder Standards sind z.B. Fair Wear Foundation. BSCI oder SA8000.
      Fast jedes Brand hat heute einen Punkt „Nachhaltigkeit“ im Menu (oder ganz unten im Footer). Wenn man mal ein paar Label verglichen hat, merkt man schnell Unterschiede. Schreiben sie nur blumige Worte?: „Wir bemühen uns…“, „unsere Produzenten verpflichten sich…“?
      Verpflichten ist gut und schön, aber Papier ist geduldig. Wie wird diese Verpflichtung kontrolliert? Ernsthaft bemühte Unternehmen lassen ihre Produzenten regelmässig durch unabhängige Drittparteien unangekündigt überprüfen.-Falls sich diese Produzenten in sog. „Risikoländern“ befinden. Das sind vor allem Süd-Ost-Asien ganz besonders Bangladesh. In der EU sind diese ganz heftigen Bedingungen und Umweltstandards weniger ein Problem (wenige schwarze Schafe mag es geben). Aber alleine durch unsere Historie und Mentalität (neben den Arbeitsgesetzen) ist so ein Gehorsamsregime hier weniger vorstellbar.

      Ich hoffe, das hat ein kleines bisschen geholfen.
      liebe Grüsse
      Ingrid

  15. Milli

    Sehr guter Artikel!!! So sieht’s einfach aus, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen.
    Für die, die gerne wissen wollten, was es für nachhaltige Modelabels gibt hier mal ein paar Beispiele:
    Hessnatur.
    Reformation.
    Veja.
    Arket.
    RE/DONE.
    Armedangels.
    Nanushka.
    Asos Design.
    Stella McCartney.
    Das sind sicher alles keine Preise wie bei Shein etc. aber mehrheitlich auf jeden Fall bezahlbar.

  16. Gabriele Oberndorfer

    Danke für diesen tollen, sehr informativen Artikel. Dass es um diese Preise „nix gescheites“ sein kann, war mir eh schon klar. Aber du hast es mit deinem ExpertInnenwissen nochmals richtig auf den Punkt gebracht. Ich freue mich schon auf den angekündigten Nachfolgeartikel mit konkreten Tipps.

  17. Diana

    Ein deutlicher und klarer Beitrag, dass wir endlich umdenken müssen und dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann bzw. Muss, um unseren Kindern eine besser Welt zu ermöglichen. Auch wenn die Mode nur ein Teilbereich ist, so hat sie doch einige weitreichende Auswirkungen auf Meere, Tiere und Pflanzen und letztendlich auch auf uns selbst.
    Ich habe festgestellt, ich kaufe immer weniger (maasnatur, armedangels, avocadostore, livingcrafts, wellicious) je älter ich werde und ich gebe meinen Kindern meine Werte mit, indem ich ihnen erkläre, was wo dahinter steckt. Ist nicht immer einfach, aber es funktioniert gut und es lohnt sich. Sie werden zu wissenden und mitdenkenden Menschen, die ihre Entscheidungen nicht treffen, weil ihre ach so beste Freundin sie dazu drängt.
    Danke fürs Einfach mal Tacheles schreiben liebe Ingrid.

    • Ingrid

      Hallo liebe Diana

      Meine Anerkennung, wie du das Thema an deinen Kids vermittelst,- das ist so wichtig und oft doch so schwer.

      Alles liebe, Ingrid

  18. Sabine Gartzke

    Liebe Ingrid, vielen Dank für diesen ausführlichen Blog. Tatsächlich habe ich soweit noch nie geguckt. Ich habe zwarnoch nie und werde auch nie bei diesen Firmen kaufen. Ich habe mir zwar schon Gedanken gemacht aber denkt sich so tief in die Materie.
    Ich kaufe mir auch gerne was neues, was gerade modisch ist und ich kann es mir auch nicht leisten bei den teuersten Labels zu kaufen, trotzdem versuche ich darauf zu achten wo es herkommt. Es ist nicht immer leicht diese Länder zu umgehen.
    Auf der anderen Seite liebe ich meine Kleidung so sehr das ich wirklich teilweise 10-15 Jahre alte Blusen oder Jeans noch habe und Vorallem noch trage!!!
    Dank deiner tollen Tipps werden die Wünsche nach neuen Teilen immer!!! kleiner! Ich liebe es inzwischen in meinem Schrank einzukaufen!!!! Der Tipp zu meinem Kleid von der Hochzeit, ich freue mich jetzt schon wenn es gekürzt ist.
    Du machst einen tollen Job! Danke!
    Herzliche Grüße Sabine

    • Ingrid

      Danke liebe Sabine, ich freue mich sehr über deinen Kommentar. Poste doch gern mal ein Bild in der Gruppe, wenn das Kleid gekürzt ist. Ich bin sehr gespannt.

      Ich denke übrigens nicht, dass man China Produktion komplett umgehend muss, denn da gibt es auch sehr grosse Unterschiede und mittlerweile ganz beeindruckende, moderne Fabriken. Diese sind aber viel (viel!) zu teuer für die billigen Händler, über die wir hier sprechen. Es ist eher eine Frage von Preislage, als vom Herkunftsland alleine. Ich wüsste nicht, wo auf der Welt man z.B. ein ganzes Sommerkleid mit Druck und verschiedenen schnittechnischen Details wie Rüschen und Raffungen für einen Verkaufspreis von 14€ herstellen lassen kann, ohne Nature und Mensch dazu für auszubeuten.

      liebe Grüsse,Ingrid

  19. Birgit Kühr

    Liebe Ingrid, dein Artikel beschreibt alle Aspekte, warum wir uns sehr genau überlegen sollten, welche Klamotten und wieviel wir davon einkaufen. Das spricht mir total aus dem Herzen!
    Und unseren Kindern sollten wir es vorleben, damit sie nicht tütenweise Klamottenramsch einkaufen. 1/3 gekaufter Kleidung wird NIE angezogen! Das ist doch unglaublich. Wenn ich gefragt werde, wielange ich brauche bis ich ein Shirt fertig genäht habe plus die Materailkosten kommen die Leute auch ins Nachdenken. Es kostet zwar wesentlich mehr, aber die Passform ist perfekt und wird natürlich Jahre getragen.
    LG Birgit

  20. Kathrin

    Liebe Ingrid,
    vielen Dank für deinen Blogartikel. Ich konnte deutlich spüren, dass dich das Thema sehr beschäftigt und auch emotional herausfordert. Toll, dass du deine Beispiele mit so viel Erfahrung untermauern kannst. Ich habe auch in der Modeindustrie gearbeitet und kann nur sagen, dass der Preisdruck in den acht Jahren, die ich dort war, enorm gestiegen ist. Für mich hat es irgendwann keinen Sinn mehr gemacht. Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel so ein Kleidungsstück im EK kostet und für wieviel es dann im Laden hängt. Auch wenn viele Firmen Kontrollen machen, glaube ich, dass das Modesystem mit zwölf, sechs, vierundzwanzig Kollektionen im Jahr überholt ist. Der Satz: nach zweimal Tragen wegwerfen ist ok, zeigt das ganz deutlich. Das ist keine Wertschätzung für die Arbeit, die dahinter steckt. Und das von ganz vielen Menschen. Es gibt die Sachen aber auch im Überfluss.
    Den Ausdruck im eigenen Kleiderschrank einkaufen zu gehen, finde ich übrigens großartig. Ich kaufe im Moment nur Einzelteile neu und nur, wenn ich es brauche. (Ich bin die letzten Jahre sehr viel im eigenen Kleiderschrank einkaufen gewesen ;-)) Jedesmal, wenn ich ein Teil kaufe, über das ich schon länger gebrütet habe, freue ich mich riesig. Und ich trage liebend gerne meine neuen Bio-Baumwoll Oberteile. Also noch einmal Danke für deine Ausführung. Ich kenne zwar die beiden Beispielfirmen nicht aber das lässt sich gut auf andere übertragen.
    Liebe Grüße Kathrin

  21. Claudia

    Liebe Ingrid

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Es war mir bewusst, dass Billigmarken schreckliche Arbeitsbedingungen haben aber dass es so schlimm ist, dass die Arbeiterinnen so wenig verdienen, dass sie sich nicht mal eine Unterkunft leisten können, war mir so nicht bewusst. Ich finde es toll, dass du dieses Thema aufgreifst und der Öffentlichkeit mitteilst.

    Ich selber kaufe lieber weniger dafür hochwertig ein, wenn auch ich selten mal einen Abstecher zu H&M oder Zara mache. Was ich mich aber frage, weshalb soviele teure Marken so viel Polyester benutzen für ihre Kollektionen. Ich denke da an Marken wie Marc Cain, Juvia, etc. Obwohl ich sagen muss, dass man den Unterschied der verschiedenen Polyester sieht und spürt.

    Andererseits habe ich jahrelang teure Pyjamas aus Baumwolle bei Calida gekauft, die bereits nach ein paar 30° Schonwäschen matt und steif wurden. Hingegen kann man bei Tchibo Pyjamas für den Drittel des Preises kaufen und der Stoff bleibt viel länger weich und fühlt sich besser auf der Haut an. Hätte ich nie für möglich gehalten. Das finde ich schade, denn wenn ich schon bereit bin mehr Geld auszugeben, muss auch die Qualität stimmen. In diesem Sinne ist teurer leider nicht immer besser.

    Ich freue mich auf den zweiten Teil deines Beitrages, finde ich sehr spannend und wichtig für unsere Welt. Wenn jeder nur einen kleinen Beitrag leistet, können wir gemeinsam Grosses erreichen.

    Liebe Grüsse
    Claudia

    • Ingrid

      Hallo liebe Claudia

      Ja, das ist eine gute Frage. Mich stört es auch so viel Polyester bei ansonsten hochwertigen Marken zu sehen. Manchmal ist man allerdings darauf angewiesen. Z.B. ein Plissee lässt sich nur mit Kunstfasern herstellen. Bei Naturfasern wäre der Effekt nach der Wäsche weg. Auch Strumpfhosen und Dinge die extrem reissfest sein müssen brauchen einen Kunstfaseranteil. Frottee wird viel weicher, wenn es einen kleinen (!!) Anteil Polyester enthält. Aber wenn ich Sommerkleider im Laden sehe aus Polyester und das 400€ kosten soll, dann ich raus.

      liebe Grüsse
      Ingrid

  22. Pamela

    Liebe Ingrid,

    danke für deine Recherchen! Mir war das zwar in gewisser Weise bewusst, doch in der Tiefe waren mir die Zustände nicht bewusst. Ich meide solche Billigläden sowieso und Polyester kommt mir zu ca. 98% nicht an die Haut.

    Was ich – wie eine Vorrednerin – interessant finde, dass auch ich die Erfahrung mache, dass so manche Teile von Tchibo und Co doch ganz gut halten im Gegensatz zu teuren Teilen.

    Liebe Grüße aus dem derzeit zu heißen Norden!
    Pam

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