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Warme Haar- aber kalte Hautfarbe

Sommertyp – Wintertyp? Warum du dich in der klassischen Farbanalyse nicht wiederfindest

2 | 2018-02-24 04:38 | Style Blog

Zu wissen, welche Farben zu einem passen ist ein sehr hilfreiches Tool. Ich habe zumindest noch niemand getroffen, der nicht gern so frisch und attraktiv wie möglich aussehen möchte. Man fühlt sich doch einfach viel besser, wenn man nicht bei jedem Blick in den Spiegel denkt: „Mein Gott, so wenig habe ich doch garnicht geschlafen?“
Daher ist die Farbanalyse grundsätzlich eine super hilfreiche Sache. Aber….

Die bekannte Jahreszeitenanalyse teilt in Frühling-, Sommer-, Herbst und Wintertyp ein. In der letzten Zeit hat diese Technik einen etwas angestaubten Ruf bekommen. Warum? Es stecken sehr gute Inputs darin, doch viele Frauen (natürlich auch Männer) finden sich hier einfach nicht wieder. Aus diesem Grund habe ich in meinem Post vor zwei Wochen (Wie du frisch aussiehst, trotz blasser Winterhaut) auch nicht das Schema der Jahreszeitenanalyse verwendet, sondern eine Einteilung von Make up Artist Jemma Kidd, welche ich wesentlich schlüssiger finde.

Bist du ein Mischtyp?

Trotzdem kann man nicht jede Person in ein Schema einteilen. Es gibt, wie so oft, auch hier Mischtypen. Mich zum Beispiel. Ich habe eine warme Haarfarbe, eher warme Augenfarbe aber einen kühlen Hautton.
Es ist im Prinzip ganz einfach: Ein Mischtyp kann sich aus den kalten UND warmen Farben bedienen. 

Farbkreis mit neutralen Farben
Mischtypen meiden sehr kalte oder sehr warme Farben

Wenn ihr also ein Mischtyp mit warmen Haar (goldblond z.B.) und rosé färbender Haut seid, oder andersherum: Ihr habt einen goldenen Hautton, aber kühles aschblondes Haar, dann spielt die Farbtemperatur bei euch einfach keine so grosse Rolle!
Das sind gute News, denn es macht vieles einfacher. In so einem Fall, tragt ihr keine extrem warmen oder kalten Töne, sondern bedient Euch im Mischbereich. Seit ihr eher dunkelhaarig, geht ihr eher auf die dunklen Töne, seit ihr blond bleibt ihr bei den helleren Farben. Zu unterstreichen, was man von Hause aus mitbringt, ist immer eine gute Idee!
Mit „was man von zu Hause mitbringt“, meine ich übrigens nicht unbedingt die Haarfarbe, mit der ihr geboren seit, sondern die, die ihr aktuell tragt. Ihr wollt ja genau mit eurem aktuellen Look optimal aussehen und euch nicht passend zu einer Haarfarbe kleiden, die ihr garnicht tragt. Bei dieser Definition streiten sich die Experten leidenschaftlich! Es gibt durchaus Farbberater, die meinen, man solle sich an dem orientieren, was von Natur aus vorhanden ist- nicht was man gefärbt hat. Ich halte es hier mit meiner Dozentin Polly Holman vom London College of Fashion: Warum sollte sich eine Frau mit warmen Hautton und warm gefärbten Haar an ihren natürlich kühlen Haarfarbe orientieren? Das würde ja total auf den Holzweg führen.

Findet ihr es schwierig eure Haut in warm oder kalt einzuteilen?

Bei den Haaren oder Augen ist dies einfacher, auch wird eurer Friseur bestimmt schon Kommentare dazu gemacht haben. Aber bei der Haut? Dies ist wirklich nicht ganz so einfach. So findet ihr euren Hautton trotzdem heraus:

  • Sucht Euch einen Vergleich!
    • Schaut Euch gemeinsam mit einer (oder besser mehreren) Freunden im Spiegel an. Wessen Haut erscheint eher rosé (kühl), wer ist eher gelblich/golden (warm)?
  • Schaut bei dem Kosmetik Counter eures Vertrauens vorbei.
    • Viele der Fachverkäuferinnen haben ein geschultes Auge (ich habe gute Erfahrungen bei MAC gemacht). Nachteil: Dieser Besuch sollte natürlich ungeschminkt passieren…
  • Am Besten aber: Lasst Euch von verschiedenen Make up Foundations (verschiedener Hersteller) eine kleine Portion abfüllen und probiert diese in Ruhe zu Hause aus. Wenn ihr wisst, welche euch am besten gefällt, nehmt ein Tröpfchen von jeder Foundation auf den Handrücken. Wie sieht eurer Favorit im Vergleich zu den anderen aus? Eher rosa oder eher gelb? Vielleicht sogar der pinkeste von allen? Dies gibt Euch eine gute Indikation wie warm oder kalt Euer Hautton ist.

Die Farbtemperatur ist also garnicht so wichtig – was ist es dann?

Für euch Mischtypen, (-für alle anderen ebenfalls!) ist der Farbkontrast in einem Outfit interessant!
Bringt ihr bereits einen hohen Kontrast in eurem Typ mit? In dem ihr z.B. dunkles Haar, aber helle Haut habt? Habt ihr grosse Augen mit sehr klarem weiss in den Augen? Dann stehen Euch hohe Farbkontraste gut! Ihr könnt gut schwarz mit weiss tragen. Überhaupt schwarz mit allem. Von diesem harten Kontrast werden viele andere Typen komplett überrumpelt.

Frau mit dunklem Haar und sehr heller Haut
helle Haut, dunkles Haar und strahlend weisse Zähne: Ein hoher natürlicher Farbkontrast

 
Bringt ihr dagegen einen geringen natürlichen Kontrast mit? -So wie ich?
Die Haarfarbe ist hellbraun, die Haut hell und die Augen grün-braun und leider nicht sehr gross und klar? Das Weiss der Augen kann schnell mal leicht gerötet sein? Eure natürlichen Farben ist also alle etwa auf einer Farbhöhe. Dann ist es wichtig, auf einen geringen Kontrast in der Kleidung zu achten und auf einen softeren Look zu setzen. Farben sollten nicht zu dunkel, und nicht zu hell sein. Farbkombinationen in einem Look kommen am liebsten aus einer Farbhöhe, oder sind sogar Ton-in-Ton (d.h. beispielsweise alles in Rottönen).

Ähnliche Farben um einen hohen Kontrast zu vermeiden
Dunkelgrüne Hose und dunkelblaues Top mit Schal in ähnlichen Tönen: Geringer Farbkontrast

 

Unterschätzt nicht die Wirkung der Stoffbeschaffenheit

Auf einem glänzenden Stoff wirkt eine Farbe viel intensiver, als z.B. auf einem Kaschmircardigan. Typen mit einem geringen natürlichen Farbkontrast stehen i.d.R. matte Stoffe wie Baumwolle oder Wolle besser als glänzende Qualitäten wie Satin oder Polyester (diesen gibt es auch matt), die viel Licht reflektieren und diesen soften Typ dann völlig überstrahlen. Glänzende Qualitäten überlassen wir also gern den Farbtypen mit einem hohen natürlichen Kontrast.
Ich hoffe, ich konnte allen Mischtypen nun ein paar Werkzeuge an die Hand geben, wie ihr Euren Typ optimal zur Geltung bringt! Ihr seht: Die Jahreszeitenanalyse ist nicht alles- es gibt noch viel mehr Tools mit denen ihr spielen könnt!
Mich interessieren Eure Erfahrungen!
Habt ihr bereits eine Farbanalyse gemacht? Wie sind Eure Erfahrungen? Habt ihr noch weitere Tips zu teilen? Lasst es uns unbedingt wissen und schreibt mir eure Story in’s Kommentarfeld!
Liebe Grüsse & bis bald!
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8 Comments

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  7. Margarita Bisak

    Was tun, wenn meine Tochter zu 90 % nur schwarz / weiss trägt? Und immer nur Hosen. Dabei passen ihr Kleider/Röcke so gut. Sie ist ca. 162 cm und sehr schlank. Dunkle Haarfarbe, heller Teint, große Augen.

    • Ingrid

      Hallo liebe Margarita

      Ich kann dich gut verstehen! Ich wäre wahrscheinlich auch enttäuscht, wenn meine Tochter nur schwarz/weiss tragen würde.
      Aber letztlich: Wenn sie sich mit ihrem Look wohl fühlt, dann ist das doch super! Ich weiss nicht, wie alt deine Tochter ist, aber ich denke es ist ganz typisch, dass genau das was Mama will von den Töchtern als unmöglich empfunden wird. Der Stil wird sich bestimmt noch einige Male im Leben ändern.

      Aus stilistischer Sicht kann ich mir übrigens vorstellen, dass schwarz und weiss deiner Tochter sogar sehr gut stehen! Den grossen Farbkontrast kann sie mit heller Haut und dunklem Haar jedenfalls gut tragen. Wahrscheinlich ist sie auch noch von jeglichen Augenringen verschont geblieben, so dass ihr das dunkle schwarz wirklich nichts anhaben kann.
      Ein Versuch, den du starten könntest: Es gibt aktuell sehr schöne weisse Sommerkleider überall im Sale (z.B. mit Lochstickerei)- vielleicht wäre das ja etwas für sie? Der Schritt ist nicht ganz so gross wie zu einem farbigen Sommerkleid.
      Eine andere Möglichkeit wäre z.B. ein rotes Oberteil zu probieren. Meiner Erfahrung nach gefällt vielen Frauen besonders das Dramatische am schwarz/weiss Farbkontrast. Anstatt diesen Frauen mit einem lieblichen Pastellteil zu kommen, bringt die Farbe rot ebenfalls viel Dramatik mit. -Und lässt sich easy zu weiss oder schwarz kombinieren.
      Was ich meinen Kundinnen jeweils empfehle, wenn Sie sich für einen neuen Stil interessieren, aber noch nicht sicher sind, ob das wirklich etwas wäre: Anprobieren und in der Kabine ein Selfie machen. Erstmal nichts kaufen, wenn man nicht überzeugt ist. Für die Bilder legt man am Besten ein separates Album auf dem Handy an und schaut immer mal wieder rein. So lässt sich ganz leicht das eigene Auge für neue Looks trainieren. Manche wird man nach mehrmaligem anschauen plötzlich schrecklich finden, andere um so schöner. Und man fragt sich, was für ein Problem man eigentlich mit dem neuen Look hatte.
      Einen Versuch ist es wert!

      alles Liebe,
      Ingrid

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